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(TV Grosswallstadt) |
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Abschiedsinterview mit Louis Rack
Louis Rack, Co-Trainer beim TVG seit 2002, verlässt den TV Grosswallstadt zum
Saisonende. Im Interview sprach er über seine Spieler- und Trainerlaufbahn beim
TVG sowie über Hintergründe und Motive. Herr Rack, Ihre Verbundenheit zum TVG begann nicht erst mit dem Job als Co-Trainer. Wie
war das früher? Ich war schon als 16-jähriger als Bundesligaspieler beim TVG im Gespräch, konnte aber
damals nicht mittrainieren, weil die Anreise von Gelnhausen zu kompliziert war. Später –
nach drei Jahren Bundesligaerfahrung in Dietzenbach – kam ich doch noch zum TVG und
durfte dort den Gewinn der deutschen Meisterschaft 1981 miterleben. Diese Zeit war für
mich als 20-Jähriger ein Traum, eine sensationelle Erfahrung. Es hielt leider nur ein Jahr an,
weil ich mit dem Trainer nicht klarkam und auch zum Studium wegziehen musste, aber die
Verbundenheit zum TVG hat dort seinen Ursprung, und hält bis heute an. Was waren Ihre Aufgaben als Co-Trainer während der Spiele? Meine Hauptaufgabe war es, Gesamteindrücke zu sammeln, das Spiel im Allgemeinen und
auch den einen oder anderen Spieler im Speziellen zu beobachten und Rückmeldung an
Michael Roth zu geben, z. B., wenn ein Spieler ausgewechselt werden sollte. Die andere
Aufgabe war, dass ich auf der Bank für die korrekte Ein- und Auswechslung zuständig war. Wie haben Sie es geschafft, selbst immer ruhig zu bleiben, während Michael Roth ab und zu
mal ausgerastet ist? Da half mir meine langjährigen Erfahrungen als Trainer in der Regional- und Oberliga. Ich
versuchte mich schon Vorfeld mit dem Spiel auseinanderzusetzen, um dann die Ruhe zu
bewahren. Im Großen und Ganzen hat sich unser Team immer gut ergänzt, sodass man sich
gegenseitig auch wieder beruhigen und aufbauen konnte. Haben Sie sich mal gewünscht, selbst Cheftrainer zu werden? Natürlich hat man sich das immer mal wieder gewünscht. Es ist schön, seine Vorstellungen
umsetzen zu können, was als Co-Trainer natürlich nicht so möglich ist. Aber in der Regel war
ich Michaels Meinung, und wenn ich anderer Meinung war, wurde darüber gesprochen.
Ansonsten muss man sich als Co-Trainer zurücknehmen und das umsetzen, was der
Cheftrainer sagt. Da sind die Rollen klar verteilt und das klappte auch sehr gut in unserem
Team. Tagsüber arbeiten Sie im Sportreferat für den Main-Kinzig-Kreis. Abends und an
Wochenenden waren Sie für den TVG unterwegs. Können Sie uns eine typische Woche in
Ihrem Leben beschreiben? Es gab die Absprache, dass ich mindestens an drei Tagen beim Training anwesend bin.
Manchmal waren es auch 4-5 Tage, je nachdem, was gerade angestanden hat. Ich bin um
6.00 aufgestanden, bin um 7.00 zur Arbeit, um so auf mein Stundensoll zu kommen. An
trainingsfreien Tagen arbeitete ich manchmal vor, um an anderen Tagen früher gehen zu
können. Das war auch manchmal recht schwierig, denn in meiner Position muss ich häufiger
offizielle Veranstaltungen besuchen, die auch außerhalb der Arbeitszeit stattfinden. Da galt
es Termine frühzeitig abzustimmen. Das hat – auch dank meines sportbegeisterten
Arbeitgebers – bis auf 2-3 Ausnahmen immer sehr gut geklappt. Seit 5 Jahren sind Sie am Aufbau junger Talente beteiligt, um zu beobachten, dass viele
gute Spieler den Verein wieder verlassen. Was empfinden Sie dabei? Das ist schon schwer hinzunehmen, insbesondere wenn man die jungen Spieler aufgebaut
hat. Und da geht die Arbeit der Trainer, insbesondere von Peter Meisinger und Michael Roth,
häufig unter. Denn diese Spieler müssen ja als Talente erst einmal erkannt und dann
ausgebildet werden, bevor sie als ‚Stars’ in die großen Vereine wechseln können. Dafür muss
man ein gutes Auge und Händchen haben, und da machten bzw. machen die beiden einen
super Job. Natürlich wollen diese Spieler irgendwann ganz oben in der Liga und in Europa
mitspielen. Das ist die logische Konsequenz und aus meiner Sicht fast immer der Antrieb für
einen Wechsel. Was wird Ihnen am meisten fehlen? Die fantastische Atmosphäre in den Hallen, in der Bundesliga allgemein und das Spielniveau.
Wir bewegen uns in der stärksten Liga der Welt, und es ist ein tolles Gefühl dabei zu sein.
Das Trainerteam war sehr angenehm, auch in schwierigen Zeiten. Das schweißt zusammen. Das klingt alles nach einer sehr schönen Zeit. Warum hören Sie dann auf? Der TVG möchte einen weiteren Schritt in die Professionalität gehen und mehr Ressourcen
für die direkte Betreuung bereitstellen. Dies ist in anderen Vereinen Gang und Gebe, wo
Betreuer fast überall hauptamtlich beschäftigt sind. Der TVG bildet da aus finanziellen
Gründen eine Ausnahme. Deshalb ist in diesem Bereich umstrukturiert worden. Da ich aus
beruflichen Gründen nicht in der Lage bin, mehr Zeit zu investieren bzw. meinem eigenen
Anspruch in diesem Punkt nicht gerecht werden kann, haben Trainer, Vorstand und ich
gemeinsam beschlossen, meinen Platz für andere Ressourcen freizugeben. Mit welchen Gefühlen ist dieser Abschied verbunden? Sicher bin ich traurig, nicht mehr dabei zu sein, insbesondere nachdem die Mannschaft so
hart gekämpft und den Europapokalplatz erreicht hat. Aber im Vordergrund steht die
Tatsache, dass dieser Schritt zur Optimierung des Bundesligahandballs in Großwallstadt
notwendig war. Ich habe mich in der Zeit als Co-Trainer immer als Teil des Ganzen mit
Bezug zur Realität gesehen. Ich bin einfach nur froh, dabei gewesen zu sein. Die Zeit damals
als Spieler mit Kurt Klühspies, Peter Meisinger, Winfried Damm und Manfred Hofmann und
auch die Jahre als Co-Trainer sehe ich als großes Geschenk an. Bleiben Sie dem TVG erhalten und wenn ja, wie? Der TVG ist ein familiärer Verein, eine echte Gemeinschaft mit einem tollen Umfeld,
angefangen beim Vorstand bis zu Trainern, Mitarbeitern der Geschäftsstelle, Helfern und
Fans. Ich werde sicher dem TVG als großer Fan erhalten bleiben, die Entwicklung verfolgen
und das eine oder andere Spiel anschauen. Und natürlich für die Europapokalspiele die
Daumen drücken.
Vielen Dank für das Gespräch und Ihnen alles Gute.
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Original-Pressemitteilung
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Artikel
vom 12.06.2007, 12:39 Uhr
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Peter Pacult Ja, der FC Tirol hat eine Obduktion auf mich.
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